Beinschwellungen und Beinschmerzen

 

Neben dem Blutkreislauf verfügt unser Körper über ein zweites Transportsystem, das Lymphgefäßsystem. Eine Schwellung entsteht, wenn es im Gewebe zu einer Ansammlung von Flüssigkeit kommt, ein sogenanntes Ödem. Ursachen für Schwellungen sind Lymphödeme, Lipödeme, Lipo-Lymphödeme, Phlebo-Lymphödeme und Übergewicht.

 

Das Lymphödem

 

Die Ausprägung beim Lymphödem ist ganz unterschiedlich. Ist der Abtransport der Lymphe durch die Lymphgefäße gestört, entsteht eine Schwellung und damit das Lymphödem. Täglich fließen etwa zwei Liter Lymphe – und damit eine große Menge verschiedener, lebenswichtiger Proteine und Abwehrzellen – in die Blutzirkulation zurück. Eine solche Störung kann ohne erkennbare Ursachen auftreten (primäres Lymphödem) oder es entsteht beispielsweise nach einer Operation. Bewegungsmangel und Übergewicht können ein Lymphödem verstärken. In über 80 Prozent aller Fälle lässt sich ein Lymphödem mit Hilfe eines einfachen Tests feststellen. Wenn es nicht möglich ist, an der betroffenen Stelle (Zehen oder Finger) eine Hautfalte anzuheben ist dies praktisch immer der Beweis für ein Lymphödem („Stemmer’sches Zeichen“). Die Therapie setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen:

 

  • manuelle Lymphdrainage
  • Kompression zur Verringerung des Ödems
  • Bewegung
  • Konsequente Hautpflege

 

Man spricht hier auch von der „Komplexen Physikalischen Entstauungstherapie“ (KPE). Beim Lymphödem werden flachgestrickte Kompressionsstrümpfe verwendet, die nicht einschneiden und einschnüren. Rundgestrickte, feinere Kompressionsware ist daher nicht zur Lymphödembehandlung geeignet.

 

 

Das Lipödem

 

Bei Lipödemen handelt es sich häufig um vererbte oder chronische Störungen der Fettverteilung an Ober- und Unterschenkeln sowie im Hüftbereich.

 

Gekennzeichnet werden Lipödeme durch eine Vermehrung der Fettzellen, Ödembildung in der zweiten Tageshälfte sowie Schmerzen in den Beinen. Häufig sind auch die Arme betroffen. Fuß- und Handrücken bleiben jedoch frei von Schwellungen. Meist treten Lipödeme erstmals während der Pubertät oder in der Schwangerschaft auf. Betroffen sind fast ausschließlich Frauen, so dass hormonelle Ursachen vermutet werden. Tritt ein Lipödem im Einzelfall beim Mann auf, liegt meist eine Leberschädigung vor. Verglichen mit Lymphödemen treten Lipödeme immer symmetrisch auf. Dabei kommt es zu „säulenartigen“ Veränderungen und Deformierungen der Beine – sogenannte „Reiterhosen“ an Po und Hüften. Lipödeme sind bei Druck und Berührung schmerzempfindlich. Das „Stemmer’sche Zeichen“ fehlt. Häufig zeigen sich „Besenreisernester“ im seitlichen Bereich der Oberschenkel. Neigung zu Blutergüssen, eine familiäre Vorbelastung und knotige oder dellige Hautstruktur sind weitere Anzeichen. Zunächst ist es wichtig, im Rahmen der Diagnose festzustellen, ob es sich um ein Lip- oder Lymphödem handelt. In der Regel ist ein Lipödem am typischen Verteilungsmuster der Fettpolster erkennbar.

 

Lipödeme können nicht durch Abmagerungskuren gelindert werden, denn die Fettpolster sind keine Folge von Übergewicht. Die Behandlung mit Medikamenten oder Salben ist bei Lipödemen nicht sinnvoll. Die Reduzierung von Übergewicht ist jedoch hilfreich. Eine Kompressionstherapie mit Strumpfhosen, die bis zu drei Mal pro Woche für 45 Minuten – auch beim Sport – getragen werden, wird empfohlen. Auch beim Lipödem kann in fortgeschrittenen Stadien die KPE (Komplexe Physikalische Entstauungstherapie) notwendig werden. Sport ist sinnvoll – aber nur in Verbindung mit Kompression. Ohne begleitende Kompressionstherapie würde sich der Umfang der Beine nur noch weiter ausdehnen.

 

Das Lipo-Lymphödem ist eine Kombination aus beiden Ödemerkrankungen. In der Regel tritt das Lipödem zuerst auf.

 

 

Das Phleb-Lymphödem

 

Venenleiden oder eine Thrombose können zur Schädigung der Venenklappen führen. Das Blut kann nicht rasch genug abfließen und es lagert sich Wasser im Gewebe ab, Ödeme entstehen. Die Schwellungen treten anfänglich nach langem Stehen bzw. am Abend auf und betreffen ausschließlich den Knöchel. Bei Phleb-Ödemen bildet ebenfalls Kompression die Basis der Therapie. Von Fall zu Fall sollte sie mit manueller Lymphdrainage kombiniert werden.

 

Dr. med. Jörg Fuchs

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