Therapieverfahren

vor der OP

nach der OP

 

Mit der Diagnosestellung einer Leisten- oder Bauchwandhernie fällt auch die Entscheidung zur Operation. Bei kleinen asymptomatischen Brüchen darf nach internationaler Auffassung entgegen früherer Vorstellungen auch abgewartet werden. Regelmäßige Kontrollen sind einzuplanen. Nur bei Neugeborenen besteht die Möglichkeit, dass ein Nabelbruch spontan abheilt. Die Gefahr einer Einklemmung liegt bei 1 bis 3 Prozent pro Jahr.

 

Hernientherapie mittels Netzimplantaten

 

Der Goldstandard, also das führende Verfahren in der Hernienchirurgie, hat sich in den letzten 15 Jahren vom Nahtverschluss zu netzbasierten Verfahren verlagert. War der Leistenhernienverschluss nach SHOULDICE ursprünglich das gängige Verfahren, so hat sich in der letzten Dekade die Netz-Methode nach LICHTENSTEIN als Standardeingriff herausgebildet. Dies liegt zuletzt nicht nur daran, dass die Netzimplantation ein einfaches Operationsverfahren darstellt sondern in standardisierter Form bei allen primären Hernien oder Rezidivleistenhernien zur Anwendung kommt. Lagen die 5-Jahres Rezidivraten beim Verfahren nach SHOULDICE bei 5 bis 15 %, so konnte mittels des netzbasierten Verfahrens nach LICHTENSTEIN diese Quote auf 1 Promille reduziert werden.

 

Die Europäische Herniengesellschaft (EHS) empfiehlt in ihren Leitlinien alle männlichen Patienten über 18 Jahre mit einem netzbasierten Verfahren zu operieren.

 

Große Skrotalhernien mit völlig überdehnten und ausgeweiteten Gewebeschichten im Leistenbereich waren bisher mit den höchsten Rezidivraten belastet. Gerade hier ist der Einsatz der geeigneten Netz-Implantat-Methode das Verfahren der ersten Wahl.

 

Bei den Bauchwandhernien ist die offene Sublay-Technik nach RIVES und STOPPA der Goldstandard. Hier liegen die 5-Jahres Rezidivquoten zwischen 1 und 10 Prozent.

Der hohe Zuspruch für Netzimplantationen beruht auf folgenden Grundprinzipien:

  • minimales Gewebetrauma durch minimale Präparation
  • kleine Hautinzision von ca. 4-6 cm
  • sichere, präperitoneale Position des Netzes
  • selbsthaftende, atraumatische Netze, dadurch keine Begleitschäden durch Fixierungsnähte
  • kurze Operationszeiten, circa 30 Minuten

 

Meine Patienten sind hierdurch in der Lage, ihre normalen täglichen Aktivitäten frühzeitig wieder aufzunehmen und rasch an ihren Arbeitsplatz zurückzukehren. Eine sportliche Betätigung ist bereits nach zwei Wochen uneingeschränkt möglich. Die Eingriffe erfolgen in der Regel als ambulante Operationen in der Orthoparc-Klinik in Köln, Aachenerstrasse.

 

Hernientherapie nach Lichtenstein mit Implantation eines synthetischen Netzes

 

Die nach dem amerikanischen Chirurgen LICHTENSTEIN benannte Methode beschreibt einen offenen Zugang zur Leiste über einen kleinen Schnitt. Danach wird die Bruchforte dargestellt und das passende Kunststoffnetz in Position gebracht. Da das Netz selbsthaftend ist, entfallen die Fixierungsnähte. Die Gefahr einer Verletzung von Nerven und Gefäßen ist somit aufgehoben. Das Netz verwächst mit der Umgebung und wird in eine neue, bindegewebige Schicht umgewandelt, die die Bruchlücke zuverlässig und dauerhaft verschließt.

 

Eine frühe Mobilisation und Rekonvaleszenz des Patienten ist daher üblich.

 

Biologische Netze in der Hernienchirurgie

 

Die Verwendung synthetischer Implantate, also Netze aus Kunststoff, ist der aktuell gültige Standard. Alternativ wird für biologische Implantate ein potenzieller Vorteil gesehen. Bei genauer Betrachtung der Datenlage werden biologische Netze fast ausschließlich in Situationen eingesetzt, in denen eine Verschmutzung der Wunde oder eine Infektion einer Wunde durch Keime vorliegt.

Nach vorherrschender Meinung der Leistenbruch-Spezialisten ist die Verwendung biologischer Netze diesen Grenzsituationen vorbehalten. Die Effektivität in Normalsituationen wird bei gleichzeitig hohen Kosten kritisch betrachtet.

 

Hernientherapie nach Shouldice

 

Die Hernienversorgung nach Shouldice galt in der Vergangenheit als der “Goldstandard”. Bei dieser Operationsmethode werden die anatomischen Strukturen in der Leiste dargestellt und in einer Doppelung zur Verstärkung der Hinterwand wieder zusammengenäht. Wie oben beschrieben, liegen die Rezidivquoten erheblich höher als bei den netzbasierten Verfahren. Da bei der SHOULDICE-Technik ein Polyesterfaden zur Anwendung kommt, ist das Argument gegen Netzoperationen nicht stichhaltig, es handele sich um einen Fremdkörper. Faden und Netz bestehen aus dem gleichen Material.

 

 

MIC – Minimal Invasive Chirurgie

 

Auch hier werden Netze verwendet. Nur der Zugangsweg ist ein anderer. Es werden drei Öffnungen in Höhe des Bauchnabels als Zugang zur Bauchhöhle oder zwischen die Bauchdeckenschichten verwendet. Der apparative Aufwand und die anders zu führende Narkose, insbesondere die vielfältigen Möglichkeiten von Begleitschäden, lassen mich als Hernienchirurgen auf diese Methode verzichten. In besonderen Fällen, beispielsweise eines Narben-Bruches nach einer größeren Bauchoperation, veranlassen mich, meine Patienten nach eingehender Besprechung der Möglichkeiten an hierauf spezialisierte Zentren weiterzuleiten.

 

Dr. med. Jörg Fuchs

gefässmedizin plus

Jungbluthgasse 5

50858 Köln-Junkersdorf

 

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Gefäss-Diagnostik und Therapie sowie Allgemeinchirurgie, Leistenbruch- und Nabelbruch Operationen.

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Dienstag   8.00 - 13.00 Uhr
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